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BARF – Was ist das?

barf Welpe

Um sich für die richtige Variante der Ernährung eines Hundes zu entscheiden, muss man kein Anhänger einer Ideologie oder fanatischer Folger einer Glaubensrichtung sein, sondern eigentlich nur wissen, wie die Bedürfnisse eines Hundes aussehen und wie man diesen am besten gerecht werden kann.

Wichtige Fragen zur Ernährung eines Hundes:

  • Ist das Futter für die Tierart, also den Hund, geeignet?
  • Deckt das Futter den Nährstoffbedarf eines Hundes?
  • Sind in dem Futter gesundheitsschädigende Stoffe enthalten?

Die anatomischen Merkmale eines Tieres haben sich über Jahrtausende in Anpassung an die vorhandene Nahrung ausgebildet. Das heißt im Umkehrschluss, die Nahrung, die am besten zu den vorhandenen Merkmalen passt, ist die natürliche und artgerechte Ernährung für diese Art. Hunde haben das Gebiss eines Beutegreifers. Sie verfügen über die typischen Reißzähne und Backenzähne, die wie ein schneidender Brechscherenmechanismus wirken, jedoch keine zermahlenden Kaubewegungen erlauben. Das Verdauungssystem ist bei Hunden eindeutig auf vorrangig fleischliche, bzw. tierische Nahrung ausgelegt. Der Darm des Hundes ist deutlich kürzer, als der eines Pflanzenfressers und hat deutlich aggressivere Magensäure durch einen zehnfach höheren Anteil an Salzsäure.

Der Hund ist nicht in der Lage, pflanzliche Nahrung im Maul so zu zerkleinern, dass er sie ausreichend absorbieren könnte, da er die Nahrung reißt und schlingt. Aus diesem Grund nützt es ihm z.B. im Hinblick auf die Nährstoffe gar nichts, wenn er eine Möhre knabbert. Das, was er z.B. an pflanzlichen Nahrungsmitteln runter schlingt, passiert in Windeseile den Darmtrakt, da dieser vergleichsweise kurz ist. Wenn diese pflanzliche Nahrung nicht schon durch „Vorverdauung“ oder einen anderen Prozess mit gleichem Ergebnis entsprechend vorbereitet ist, wird er alleine aufgrund der zu kurzen zur Verfügung stehenden Zeit keinen (oder nur ganz wenig) Nutzen daraus ziehen können. Die wertvollen Nährstoffe verlassen den Körper ungenutzt wieder. Fleisch und Knochen hingegen können vom Hund hervorragend genutzt und verdaut werden.

Hunde sind angewiesen auf gute Eiweißquellen. Ihr Verdauungstrakt kann Eiweiß tierischen Quellen am besten verwerten.  Proteine werden aus Aminosäuren gebildet. Es gibt eine große Anzahl an Aminosäuren, viele kann der Hund jedoch selber bilden. Essentiell sind deshalb nur einige. Sie können auch Kohlenhydrate verwerten, in geringem Umfang. Richtige Menge und Kombination der Nährstoffe ist essentiell.

BARF

Die Abkürzung BARF steht für Biologisch Artgerechte RohFütterung. Erstmalig wurde die Bezeichnung von einer Amerikanerin benutzt und stand für „Born-Again Raw Feeders“, was übersetzt „wiedergeborene Rohfütterer“ heißt.

Ein Beitrag mit Swanie Simon:

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Quelle: http://gassi-tv.de/Auf-Abwegen/BARF-01

Im Laufe der Zeit wurde die Bedeutung in „Bones And Raw Foods“ umgewandelt. Auch der Begriff „Biologically Appropriate Raw Foods“ wurde oder wird als Synonym benutzt, was der deutschen Übersetzung wohl am nächsten kommt.

Beim Wolf abgeschaut

BARF orientiert sich an den Fressgewohnheiten von Wölfen, welche die Vorfahren der Hunde sind. Lange Zeit glaubte man, Wölfe und Haushunde hätten lediglich die gleichen Vorfahren gehabt, mittlerweile gilt es als erwiesen, dass der Wolf der Vorfahre des Haushundes ist. Die wissenschaftlichen Namen der beiden verdeutlichen dies noch einmal, so heißt der Wolf Canis lupus und der Hund als Unterart Canis lupus familiaris.

Beim barfen wird ausschließlich rohes Fleisch, Knochen, Gemüse, Obst und Kräuter verfüttert (eventuell noch Getreide und/oder Milchprodukte in kleinen Mengen). Als Vorbild der Nahrungszusammenstellung dient das Beutetier. Die Barfrationen werden so zusammengestellt, dass sie in ihrer Zusammensetzung in etwa einem Beutetier entsprechen. Nur wenn man dieses Vorbild im Auge behält, kann eine ausgewogene Nährstoffversorgung erreicht werden. Wölfe ernähren sich vom kompletten Beutetier, was wiederum über den Verdauungstrakt vorverdaute pflanzliche Nahrungsbestandteile liefert, sowie auch von Beeren, Kräutern usw.

Die ursprüngliche Idee

… stammt übrigens von einem Tierarzt, nämlich dem Australier Dr. Ian Billinghurst, welcher schon vor gut 30 Jahren den Zusammenhang zwischen den immer häufiger vorkommenden Erkrankungen bei Hunden und deren Ernährung mit Fertigfutter erforschte. Im Jahr 1993 veröffentlichte er das Buch „Give Your Dog a Bone “, was die Grundlage für Barf bildete. Leider ist das Buch bisher nicht auf Deutsch erschienen.

Dr. Ian Billinghurst

… vertrat schon vor 30 Jahren die Meinung, dass der industriell hergestellten Hundenahrung der Großteil der Schuld zufällt für viele Erkrankungen von Hunden wie z.B. Krebs, Herzerkrankungen, Nierenerkrankungen, Arthritis, Hautprobleme, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Diabetes und noch mehr.

Auch vertrat er schon damals die Ansicht, dass Hunde allgemein früher sterben durch eine Fütterung mit Fertigfutter. Er orientierte sich an einer Hundeernährung, die vorher über tausende Jahre relativ gleich geblieben war, die nämlich vorrangig aus rohen Knochen und Fleisch, sowie anderen vollwertigen Rohstoffen aus pflanzlichem und tierischem Ursprung bestand und aus einem kleinen Teil gekochter Nahrung, sowie Getreide.

Diese Ernährung hatte, wie eben schon erwähnt, vorher über tausende von Jahren stattgefunden und der Hundeorganismus war voll an diese Art der Ernährung angepasst.

barf Welpe 2

Fertigfutter

Als vor nun bald 80 Jahren die Ernährung mit Fertigfutter aufkam, war dies eine totale Umstellung für den Hundeorganismus. Denn plötzlich musste er sich mit Nahrung auseinander setzen, die völlig denaturiert war. Der Ursprung für die Fertignahrung war übrigens auch ein ganz anderer. Sowohl Trockenfutter als auch Dosenfutter wurden ursprünglich zu Diätzwecken für erkrankte Hunde entwickelt. Diese sollten auf diesem Weg abgestimmt auf ihre spezifischen Bedürfnisse ernährt werden.

Heute wird immer mehr Hundehaltern klar, dass die Ernährung mit Fertigfutter nicht der Gesundheit ihrer Hunde zuträglich ist. Und so findet auch dieBiologisch Artgerechte RohFütterung immer mehr Anhänger.

Vorteile von BARF:

  • Frische Nahrungsmittel mit hoher biologischer Wertigkeit
  • Man weiß, was im Napf landet (keine Verunsicherung durch unlesbare Deklarationen)
  • Keine Zusatzstoffe / synthetischen Nährstoffe
  • Möglichkeit, auch bei Erkrankungen durch Ernährung individuell einwirken zu können
  • Bessere Zahnhygiene durch Knochen / frische Zutaten
  • Artgerechte Ernährung

Viele Hundehalter sind zunehmend darüber frustriert, dass man nicht wirklich weiß, was im Hundefutter wirklich drin ist. Die Deklarationen sind zum großen Teil sehr undurchsichtig und Skandale rund um Fertigfutter hat es auch schon den ein oder anderen gegeben. Die Erkrankungen nehmen auch bei Hunden zu, was sicher nicht zuletzt der Ernährung zuzuschreiben ist. Es gibt sogar eine Studie, die belegt, dass die Lebenserwartung von Hunden durch Fertigfutter sinkt, während sie durch Fütterung mit selbst zusammengestellten Rationen steigt. So leben Hunde laut dieser Studie im Durchschnitt 2,7 Jahre länger, wenn das Futter vom Halter selber zubereitet wird. Und welcher Hundehalter möchte nicht die Lebenserwartung seines Hundes steigern?

Natürlich hat barfen auch Nachteile. So ist es natürlich viel zeitaufwändiger, als einfach einen Futtersack zu öffnen. Und natürlich muss man sich ein wenig mit der Ernährung von Hunden auseinander setzen, ein bisschen Fachkenntnis gehört schon dazu!

Wenn du wissen möchtest, wie BARF funktioniert, kannst du HIER weiter lesen.

Hinweis zu den Texten

Alle meine Empfehlungen und Ausführungen wurden sorgfältig recherchiert, sind jedoch ohne Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit. Im Einzelfall benötigt es immer auch die Betrachtung der individuellen Umstände und es muss entsprechend eine individuelle Vorgehensweise gewählt werden. Im Zweifelsfall sollte Unterstützung und Rat an entsprechender Stelle gesucht werden.

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Über Anke (150 Artikel)
Hallo, ich bin Anke, Ernährungsberaterin für Hunde, Naturheilkundlerin und schreibe hier über die Ernährung, aber auch weitere spannende Themen rund um Hunde. Auf www.deinfuttercheck.de biete ich individuelle Ernährungsberatung für Hunde an.

2 Kommentare zu BARF – Was ist das?

  1. Liebe Anke,

    Deinen Rat den gesamten Krankenverlauf zu notieren hat mich schlucken lassen. Ich glaube, dass ich das nicht hinbekomme. kann ch mich noch an aller erinnern, denn eigentlich begann Socke Erkrankung schon im Dezember 2010.

    Ich muss das erst einmal sacken und wirken lassen…Ich komme auf Dich zu…

    Barfen können wir leider nicht, aber das frische Kochen hat für uns überzeugt…

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

    • Hallo liebe Sabine,

      ich finde es super, dass du Socke´s Futter jetzt selber zubereitest. Du bist doch schon auf dem besten Weg, selber “Fachfrau” zu werden :-)

      Wünsche euch eine schöne Restwoche …

      Liebe Grüße
      Anke

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