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Ist da der Wurm drin?

Wurmbefall beim Hund - was man wissen sollte

Glücklicherweise stehen dem Tierarzt heute moderne Produkte zur Verfügung, mit denen ein Wurmbefall bei Hunden und Katzen zuverlässig und schnell beseitigt werden kann.“.

So steht es in einem Merkblatt eines bekannten Pharmaunternehmens. Weiter steht da, man soll einen Hund als Faustregel 4-mal jährlich entwurmen und falls er jagdlich geführt wird, oder öfter mal Mäuse verspeist, kann man das auch ruhig jeden Monat machen.

Wurm drin

Eklige Würmer

Würmer sind ja ein ekliges Getier, das muss ich schon sagen. Und wenn ich mir vorstelle, dass die sich wohlmöglich da in meinem Bauch tummeln, dann finde ich den Gedanken nicht gerade angenehm. Und überhaupt, wozu gibt es die eigentlich? Die sind doch völlig überflüssig!!??

Die Natur ist nicht blöd und die Wissenschaft auch nicht

Die Wissenschaftlerin Maria Yazdanbakhsh erforscht die Bedeutung von Würmern und Bakterien für das Immunsystem. In diesem Zusammenhang hat sie Kinder in Indonesien untersucht und festgestellt, dass diese zwar alle Würmer haben, dafür aber keine Zivilisationskrankheiten bekommen. Das hat damit zu tun, dass Würmer als Trainingspartner für das Immunsystem funktionieren und so die Abwehr von Krankheiten fördern.

Es ist durch klinische Studien belegt, dass Würmer im Immunsystem Mechanismen aktivieren, die Krankheiten abwehren können, wie z.B. Allergien oder Autoimmunerkrankungen. Aus diesem Grund werden Würmer sogar schon zu therapeutischen Zwecken eingesetzt, z.B. bei Multipler Sklerose. Die Patienten werden absichtlich mit Würmern „infiziert“, welche dann die Immunabwehr aktivieren.

Wölfe haben keine Würmer

Doch, Wölfe haben sehr wohl Würmer. Aber das macht ihnen nichts aus, weil ihr Immunsystem in der Kindheit entsprechend trainiert wird und sie den Wurmbefall normalerweise ganz locker in Schach halten können.

Wurmbefall oder Wurmerkrankung?

Ein Wurmbefall ist eine ganz normale Angelegenheit. Heißt, eigentlich hat jeder Hund Würmer. Das ist eine ganz natürliche, sehr zweckmäßige Verbindung. Der Wurm ist ein Parasit, der von seinem Wirt, dem Hund, ernährt wird. Dafür trainiert er das Immunsystem des Wirts, so dass dieser eine gute und starke Abwehr entwickeln kann. Dabei ist es aber überhaupt nicht im Interesse des Parasiten, seinen Wirt dauerhaft zu schädigen, schließlich lebt er ja von ihm.

Manchmal kann es natürlich sein, dass das Gleichgewicht in dieser Verbindung gestört wird. Zum Beispiel durch Krankheit, schlechte Haltungsbedingungen, schlechte Ernährung oder auch Stress, Impfungen und vieles mehr kann das Immunsystem in eine Schieflage geraten und dann funktioniert diese Ausgewogenheit nicht mehr, es kommt zu einer Wurmerkrankung.

Jetzt ist aber eine Chemiekeule angesagt …

So eine Chmiekeule, also sprich ein herkömmliches Pharmazeutisches Mittel zu Entwurmung soll die einzige wirksame Methode darstellen, die Würmer wieder los zu werden … Tatsächlich???

Viele Fliegen mit einer Klappe schlagen …

Ja, in der Tat, so eine chemische Entwurmung kann noch viel mehr, als nur einen Wurm entsorgen. Nicht nur, dass sie die Würmer entsorgt, sie nimmt auf dem Weg gleich noch ganz viele andere (auch gute) Bakterien etc. mit, weil sie nämlich die Darmflora schädigt. Dafür lässt sie aber auch etwas da, nämlich die Giftstoffe aus dem chemischen Mittel.

Es gibt auch Wurmkuren, die tödlich wirken können. Das sind Wurmkuren mit bestimmten Wirkstoffen (z.B. Ivermectin), die bei Hunden mit bestimmten genetischen Voraussetzungen zu schweren neurologischen Störungen bis hin zum Tod führen.

Ganz dumm ist natürlich, wenn die Wurmkur außer einer gestörten Darmflora und giftigen Hinterlassenschaften gar nichts bewirkt. Und das ist immer häufiger der Fall, weil die Würmer gegen viele der chemischen Mittel Resistenzen entwickelt haben.

Der Teufelskreis

Hat man einmal angefangen, seinen Hund regelmäßig zu entwurmen, steckt man natürlich in einem Teufelskreis. Man entwurmt und sorgt gleich für die nächsten Würmer, weil man die Abwehr durch die Entwurmung ja immer mehr schwächt und das Immunsystem überhaupt keine Möglichkeit bekommt, zu trainieren.

Und jetzt?

Jetzt gehen wir zurück zum Anfang. Das wichtigste ist, das Immunsystem des Hundes von Anfang an zu stärken, um ihm die Möglichkeit zu geben, eine gute und gesunde Abwehr zu entwickeln. Das kann man, indem man den Hund gesund ernährt, hält und pflegt und indem man alles, was schädlich sein kann, nur bei absoluter Notwendigkeit und verantwortungsvoll einsetzt.

Man kann also durchaus vorbeugen …

Von großer Bedeutung ist auch hier wieder eine gesunde Darmflora, denn im Darm sitzt nun mal ein Großteil des Immunsystems. Antibiotika z.B. sind ein großer Feind der Darmflora, da sie diese ganz erheblich schädigen. Deshalb sollte Antibiotika eigentlich eine Art Notfallmedikament darstellen, wovon wir heute natürlich weit entfernt sind. Ist die Darmflora geschädigt, kann auch dies dazu führen, dass Wurmbefall zur Wurmerkrankung führt.

Und wenn der Wurm drin ist?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, natürlich gegen einen Wurmbefall vorzugehen. An erster Stelle steht auch hier wieder, das Immunsystem so zu stärken, dass es wieder zu dem natürlichen Gleichgewicht kommt.

Außerdem kann man es den Würmern ein bisschen ungemütlich machen mit Sachen, die Würmer nicht so mögen.

Und da natürlich nicht unbedingt harmlos heißt, gibt es sogar in der Naturheilkunde Wirkstoffe, die abtötende Wirkungen haben können.

Verschiedene „natürliche“ Wurmmittel als Nahrungsergänzung

  • Fellohren: Wer seinen Hund barft oder frisch füttert, kann ihm immer mal wieder ein Fellohr geben. Ohren, z.B. vom Rind also, die mit Fell daher kommen. Das Fell reinigt den Darmtrakt auf natürliche Weise.
  • Pro-und Prebiotika halten das Darmmillieu gesund. Durch regelmäßige Kuren (1-2 mal im Jahr) wird die Darmflora gestärkt und so in die Lage versetzt, sich gegen eine Wurmerkrankung zu wehren.
  • Kokos: Kokosöl oder auch Kokosflocken können zur Entwurmung eingesetzt werden. Kokosöl stabilisiert das Gleichgewicht zwischen guten und schlechten Mikroorganismen im Darm, Kokosflocken machen es den Würmern durch ihre kratzige Konsistenz ungemütlich
  • Propolis: Propolis (Bienenharz) steigert die Immunabwehr und tötet Mikroorganismen ab. Da es ein Bienenprodukt ist, kann es allerdings Allergien auslösen (was aber sehr selten vorkommt). Bei Hunden bietet sich das Pulver an, das man über mehrere Tage gibt.
  • Kräuter: Es gibt auch verschiedene Kräuter, denen eine entwurmende Eigenschaft nachgesagt wird. So können z.B. Wermut, Walnuss, Thymian, Koriander, Brennnessel oder auch Ulmenrinde eingesetzt werden. Man kann auch “Fertig-Kräutermmischungen” anwenden, wie z.B. das Wurmweg von Hirtengold. Auch Knoblauch kann entsprechend hilfreich sein. Knoblauch ist aufgrund seiner Giftigkeit für Hunde sehr umstritten. Diese tritt jedoch erst bei hohen Dosierungen auf.
  • Kürbiskerne: bei Bandwurmbefall kann man einen Brei aus Kürbiskernen und etwas später eine kleine Menge Rizinusöl geben. Der Brei lähmt den Kopf des Bandwurms, das Öl treibt ihn aus.

Alles in allem gibt es eine ganze Reihe Möglichkeiten, wie man dem Wurm auf den Pelz rücken kann. Das wichtigste ist aber immer, das Immunsystem ordentlich zu unterstützen, damit es gar nicht erst zur Wurmerkrankung kommt.

Wenn man nun trotzdem der natürlichen “Entwurmung” nicht über den Weg traut und weiterhin auf die chemischen Mittel setzen möchte, kann man zumindest erst einmal eine Kotprobe nehmen lassen um zu schauen, ob denn überhaupt tatsächlich eine Wurmerkrankung vorliegt. Natürlich eignet sich diese Kotprobe ebenfalls, um den Effekt der natürlichen Entwurmung regelmässig zu überprüfen.

Nach der Anwendung eines chemischen Wurmmittels sollte man außerdem immer den Darmbereich durch Prebiotika o. ä. sanieren, also wieder stark machen.

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Über Anke (147 Artikel)
Hallo, ich bin Anke, Ernährungsberaterin für Hunde, Naturheilkundlerin und schreibe hier über die Ernährung, aber auch weitere spannende Themen rund um Hunde. Auf www.deinfuttercheck.de biete ich individuelle Ernährungsberatung für Hunde an.

29 Kommentare zu Ist da der Wurm drin?

  1. Hi Anke, sehr informativer Artikel! Viele tolle Tipps, dank dir! Was auch sinnvoll ist: ab und zu oder bei Verdacht eine Korprobe zu machen. Glg von Wilma, dem Blog-Wildfang,und mir ;-)

    • Hallo liebe Neele,

      dankeschön für deinen Kommentar und freut mich,dass dir die Tipps gefallen haben :-D .

      Ich habe ganz bewusst auf einiges, wie z.B. Anleitungen, Symptombeschreibungen, Dosierungsempfehlungen etc. verzichtet. Ich wollte nicht, dass der Artikel wie eine Anleitung daher kommt, sondern eher eine Art Denkanstoß.

      Und natürlich hast du recht, bevor man zu irgendwelchen “Mitteln” greift, sollte man erst einmal überprüfen, ob diese überhaupt angezeigt sind. Das trifft natürlich auch auf die “natürlichen Keulen” zu.

      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
      Anke und Lucy

  2. Das klingt ja sehr interessant und von Kokosflocken gegen Würmer hab ich zum Beispiel nie etwas gehört. Aber mal ganz doof gefragt: Ein Welpe wird ja vom Züchter entwurmt und geimpft abgegeben. Ist es da schon zu spät, weil er ja in frühester Kindheit um den Aufbau des Immunsystems gebracht wurde?

    Wuff-Wuff dein Chris

    • Hallo lieber Chris,

      deine Frage ist überhaupt keine doofe Frage, sondern eine berechtigte. Du hast den Nagel ja quasi auf den Kopf getroffen. Genau das ist nämlich etwas, das ein großes Problem darstellt. Natürlich mal mehr und mal weniger, je nachdem …

      Man kann sich das ja in etwa so vorstellen: Wenn ein Haus gebaut wird, legt man zuerst das Fundament. Das Fundament sollte stabil sein. Wenn es das nicht ist, kann es zu Problemen kommen, muss aber nicht unbedingt. Vielleicht hat man ja Glück und die Schwachstellen werden nicht so belastet, so dass es hält. Vielleicht geht es aber auch völlig schief und alles bricht zusammen …

      Es macht auf jeden Fall immer Sinn, das versäumte nachzuholen, indem man das Immunsystem stärkt.

      Und es gibt die sogenannten “ganzheitlichen Züchter”, welche sich mit eben solchen Sachen auseinander setzen. Dort wird z.B. nicht einfach auf Verdacht / bzw. standartmässig entwurmt und z.B. auch nur nach Titterbestimmung geimpft.

      Vielen Dank für deine überhaupt nicht doofe Frage, lieber Chris :-D

      Liebe Grüße und einen schönen Restsonntag
      Anke und Lucy

      • Diese Züchter dürften aber gezählt sein. Die normalen Verbandsbestimmungen sehen da wohl (leider) anderes vor…

        Viele Leute, mit denen ich spreche, halten gerade Wurmkuren für etwas völlig selbstverständliches und gucken blöde, wenn ich dann sage “wir reden aber schon von Gift”. Wie jetzt – Gift???!!!

        Na ja, man muss sich halt schon klarmachen, dass der Wurm seine leckere Behausung nicht so einfach freiwillig aufgibt – gelle…

        LG Andrea mit Linda (wo sowieso der Wurm drin ist – lach)

        • Hallo liebe Andrea,

          ja, leider, da hast du wohl recht, mit den Züchtern. Aber, ich denke, es werden immer mehr werden, da man ein Umdenken schon bemerken kann … Hoffen wir mal :-D

          Und Linda wird ihren Wurm wohl nicht wieder los :-D

          Liebe Grüße
          Anke

  3. Sehr schöner Artikel!!! Ich werde auch nicht mehr entwurmt… leider war mein Züchter anderer Meinung… Zum Glück habe ich so ein gutes Frauchen! Die gibt ab und zu eine Kotprobe zur Untersuchung ab und was ist das Ergebnis? Ich habe keine Würmer!
    Warum sollte man gegen etwas Medikamente nehmen wenn man gar nicht krank ist?

    Schlabbergrüße Bonjo

    • Hallo lieber Bonjo,

      ja, da hast du echt ein gutes und kluges Frauchen. Das freut mich natürlich sehr für dich! Und erzähl das bloß schön deinen Hundekumpels weiter, dann haben die vielleicht auch bald so ein Glück :-D

      Dankeschön für deinen feinen Kommetar

      Liebe Grüße und bis bald
      Anke und Lucy

  4. Das scheint gerade sehr gut zu uns zu passen. Vielen Dank für die gute Erklärung. Mal schauen was bei der Kotprobe von meiner kleinen Maus rauskommt und wie wir dann damit umgehen…

    • Hallo liebe Miriam,

      ja, könnte passen, aber hoffen wir mal nicht :-D

      Ich drück euch auf jeden Fall die Daumen, dass es sich bald einspielt und zum positiven entwickelt …

      Liebe Grüße
      Anke

  5. Tamme Hanken schwört auf frischen Blättermagen….
    Nun wir haben zu Beginn unserer Zeit als Hundehalter alles richtig machen wollen und so wurde Socke auch entwurmt. Tja, seit der Krankheit nicht mehr und wir sehen, dass es auch ohne geht…

    Man hätte sich informieren können / müssen oder vom Tierarzt aufgeklärt werden können…

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

    • Hallo liebe Sabine,

      ja, du hast absolut recht! Aufklärung und Info … Das wäre toll! Hoffen wir, dass sich das irgendwann ändert. An der Aufklärung versuchen wir hier aktiv mitzuwirken ;-)

      Liebe Grüße auch an Socke
      Anke und Lucy

  6. Bin ich in euren Augen jetzt ein schlechter Hundehalter, wenn ich sage: ich entwurme alle meine Hunde?
    Und impfen lasse ich auch.

    Ich sehe das so:
    Tollwut, Staupe, Zwingerhusten sind sehr schlimme Erkrankungen.
    Und wir leben in einer Zeit, in der Hunde aus dem Ausland eingeführt werden- es ist bekannt, dass dadurch Erkrankungen eingeschleppt werden.
    Ich möchte keinesfalls das Risiko eingehen, dass meine Hunde an Staupe etc erkranken, nur weil sie an einem fremden und ungeimpften Hund schnuppern.
    Also lasse ich impfen.
    Über die Entwurmung liesse sich noch diskutieren- aber wir leben hier auf dem Land und es gibt u.A. hier den Fuchsbandwurm. Der unterstützt ganz sicher nicht das Immunsystem- sondern kann sogar zum Tode führen.

    Was ist mir nun lieber?
    Das Risiko einer schlimmen Erkrankung mit all ihrem Leid- oder die vorbeugende Massnahme und gleichzeitige Unterstützung des Immunsystems?

    Ich persönlich halte es eher für fahrlässig, nicht zu impfen und nicht zu entwurmen. Mögliche Erkrankungen, wenn man es nicht tut bringen mehr Kosten und Leid.

    • Hallo liebe Steffi,

      nein, in meinen Augen kannst du gar kein schlechter Hundehalter sein, sonst würdest du nämlich nicht hier lesen ;-)

      Ich bin bemüht, hier auch Zusammenhänge zu erklären. Oft ist es sehr schwierig, eigene festgelegte Denkstrukturen zu verändern, da man da regelrecht feststeckt. Man hinterfragt gängige Methoden dann gar nicht mehr. Das ist mein Ansatz. Dabei möchte ich keinesfalls missionieren oder polemisch auf Dinge pochen, sondern lediglich informieren …

      Zum impfen: über das impfen hab ich hier gar nichts geschrieben. Meine Einstellung dazu liegt auch eher in der Mitte: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Zum Beispiel bin ich dagegen, einen Welpen zu überimpfen, weil man einfach zig mal wiederholt, damit man den richtigen Moment trifft. Lieber gleich den richtigen Zeitpunkt wählen, dann kann man sich die vielen Wiederholungen sparen. Viele Impfungen sind auch sehr sinnfrei, da es viel zu viele unterschiedliche Erreger gibt, Zwingerhusten impfen z.B. macht nicht viel Sinn. Ich kann dir dazu das Buch von Monika Peichl “Hunde impfen mit Verstand” empfehlen. Sie ist keine Impfgegenerin, sondern nur ein Freund vom sinnvollen Vorgehen.

      Zum entwurmen: Fuchsbandwurm … ja, ein Damoklesschwert, das ständig über uns Hundehaltern schwebt. Stell dir einmal folgendes Szenario vor: Du entwurmst alle 3 Monate, heute ist der Termin, es wird entwurmt. Morgen gehst du mit deinem Hund in den Wald und er infiziert sich. Was nützt dir nun die Entwurmng von heute? Nichts. Ab heute, wo du entwurmt hast, ist dein Hund 3 Monate lang(!!) gefährdet, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren. Dann sind die 3 Monate wieder um und er ist genau einen Tag lang frei von Würmern. Entwurmung hat keine vorbeugende Wirkung!! Sie schwächt aber (vor allem in solcher Häufigkeit) das Immunsystem. Das heißt, wenn dein Hund, der alle drei Monate entwurmt wird, sich dazwischen ansteckt, hat er wahrscheinlich nur eine geringe Wiederstandskraft, da sein Immunsystem nicht so gut bestückt ist. Du kannst aber auch alle drei Monate (oder 2 oder 6) deinen Hund auf Würmer untersuchen. Im Fall einer Wurmerkrankung kannst du dann immer noch entwurmen und eine Darmsanierung hinterher werfen.

      Es geht wirklich darum, Zusammenhänge zu erkennen und dann entsprechend zu handeln. Letztendlich entscheidet das aber jeder selber. Wie anfangs schon gesagt, ich versuche nur, Unterstützung zu bieten, damit man vieles besser verstehen kann …

      Liebe Grüße
      Anke

      • Hallo Anke,

        in dem Post von Chris taucht das Wort impfen auf- sorry ich bin da etwas empfindlich. Sicher muss das jeder für sich entscheiden- aber mich fragt ja auch niemand, ob ich meinen Hunden den Kontakt zu anderen nicht geimpften Hunden gönnen möchte, oder nicht.

        Ich muss dazu sagen, dass ich letztes Jahr den TA wechselte und dort erst einmal darüber aufgeklärt wurde, dass meine Hunde die ganze Zeit überimpft wurden. Toll! Ich wusste nicht, dass man Tollwut nur aller drei Jahre impfen muss.
        Als wir Michael bekamen, wussten wir nicht genau wie alt er ist- irgendetwas zwischen 8 und 12 Wochen- die TÄin meinte eher 10. Nun hatten wir einen serbischen Impfpass- der auch noch gefälscht war. Was tut man in dem Fall, wenn man schon 2 Hunde hat? Man führt eine “Notimpfung” durch, um das Risiko zu minimieren.
        Bei den Entwurmungsmitteln hab ich noch nichts Natürliches gefunden, was mich überzeugt hat. Vielleicht sollte ich es mal einfach mit der Kotprobe versuchen- so ich das denn bei drei Hunden auseinanderhalten kann ;-)

        Der Denkanstoss ist ja da- aber ich muss da erst mal eine stille Ecke suchen und nachdenken ;-)

        • Huhu Steffi,

          ich glaube ja, dadurch dass so viele Tierärzte unsere Hunde schon so lange stillschweigend überimpfen, haben sie für ein großes Misstrauen gesorgt. Nun wissen viele Tierhalter gar nicht mehr, was richtig ist, und vor allem wem sie glauben und vertrauen sollen.

          Fast immer im Leben ist es so, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegt, zwischen den Extremen. Als Laie kann man ja auch gar nicht beurteilen, welcher “Fachmann” denn nun wirklich recht hat. Das hat bei mir dazu geführt, dass ich es selber lernen wollte. Aber ich finde es noch immer sehr schwierig in viele Dingen, beurteilen zu können, welche Wahrheit denn nun wirklich die Wahrheit ist …

          Auf jeden Fall ist es eine gute Sache, wenn man sich Gedanken macht, so wie du :-D

          Liebe Grüße
          Anke

          • Hallo Anke,

            nun habe ich mein stilles Ecklein wieder verlassen und möchte die natürliche Variante probieren.
            Für Zecken und Flöhe wurde mir Insecticide 2000 empfohlen- dessen Wirkstoff man aus dem Gartenbereich kennt und der den Ruf hat sehr verträglich zu sein und auf biologischer Basis zu wirken.

            Bei der Entwurmung möchte ich Kokosraspeln probieren- die Frage ist die nach der Dosierung.
            Ich habe drei Hunde 7,4/5,5 und 3,2 Kilo.
            Wie dosiere ich in dem Falle?
            Danke für die Auskunft…

          • Hallo liebe Steffi,

            du solltest aber auf jeden Fall regelmäßige Kotuntersuchungen machen lassen, um dich selber abzusichern, dass das für dich auch passt ;-)

            Zu dem Insecticide 2000 weiß ich nichts, aber du hast dich ja sicher informiert.

            Zu den Kokosraspeln, die gibst du ja quasi prophylaktisch, also vorbeugend. Ich würde sie so 2 bis 3 mal die Woche ins Futtter geben. Etwa 1 TL pro 5 kg Körpergewicht. Du kannst auch Möhren mal raspeln und untermischen. Und nimm am besten Bioqualität.

            Viel Erfolg und liebe Grüße
            Anke

  7. Hallo Anke,
    toller Artikel. Ich habe bis jetzt auch meinen Hund viertel- bis halbjährlich mit der chemischen Keule entwurmt, mit schlechtem Gewissen. Aus Angst vor dem Fuchsbandwurm, der sehr im Kommen sein soll. Helfen die aufgeführten Sachen auch bei Fuchsbandwurm?
    Liebe Grüße
    Christa

    • Hallo Christa,

      was ich aufgeführt habe, hilft vor allem ein “wurmwidriges Millieu” im Darm zu schaffen und das gilt für alle Würmer. Das ist die wichtigste Voraussetzung, damit es zu keiner Wurmerkrankung kommt.

      Für mich persönlich ist eine vorbeugende Entwurmung Unsinn. Man entwurmt heute auf Verdacht und morgen nimmt der Hund Würmer auf (die sich dann in Ruhe vermehren können, weil die nächste Entwurmung ja erst ein viertel Jahr später auf dem Programm steht). Eine sinnvolle Altrnative ist eine regelmäßige Kotuntersuchung. Im Falle eines Wurmbefalls kann man dann ja immer noch klassisch entwurmen, wenn man auf Nr. sicher gehen möchte …

      Liebe Grüße
      Anke

  8. Hallo,ich habe 4 Hunde,welche ich nie entwurme.Sie sind immer gesund,aber vor einigen Monaten erkrankte mein 7 jähriger Mischling.Nach vielen,teuren Untersuchungen stand fest,das er an Lungenwürmern erkrankt ist.Für mich ein Glück,da von 2 Tierärzten erst auf einen Lungentumor gedacht wurde. Ich frage mich jetzt,wie ich so etwas in Zukunft vermeiden kann,oder gibt es da gar keine Möglichkeit?.Tierliebe Grüsse

    • Hallo liebe Doris,
      diese Frage lässt sich so allgemein nicht beantworten. Es kommt sehr auf die individuellen Gegebenheiten an. So z.B. auf die gesamte Fütterung, auf die sonstigen (medizinischen) Behandlungen, auf den Allgemeinzustand des Hundes. Nach einer medikamentösen Behandlung gegen die Würmer empfiehlt sich auf jeden Fall eine Darmsanierung mit Prebiotika. Die adäquate Fütterung sollte sichergestellt werden und man kann das Darmmillieu versuchen, “wurmwidrig” zu halten, indem verschiedene Ergänzungen gegeben werden, wie z.B. Kräuter, Kokosöl/flocken, geraspelte Möhren, etc.

      Liebe Grüße
      Anke

  9. Sehr interessant! Das wusste ich nicht und werde mich mal weiter damit beschäftigen! Bei Lilly steht morgen die nächste Wurmkur an.. hmm..

    • Hallo liebe Lena,
      vielleicht entscheidest du dich ja, erst mal eine Kotprobe machen zu lassen. Entwurmen kannst du dann bei Bedarf immer noch. Auch zu bendenken ist, dass eine Wurmkur keine prophylaktische Wirkung hat. Heißt, wenn Lilly morgen eine Wurmkur bekommt, kann sie übermorgen trotzdem wieder würmer bekommen ;-)
      Liebe Grüße
      Anke

  10. Hallo Anke,
    vielen Dank für den interessanten Artikel! Bei uns werden bereits Propolis und Kokosflocken erfolgreich eingesetzt. Es wird aber leider immer noch viel zu viel auf die chemische Keule gesetzt, ich habe den Eindruck, dass viele Tierärzte die Alternativmittel gar nicht in Erwägung ziehen…
    Liebe Grüße,
    Marleen

    • Hallo liebe Marleen,

      ja, kein einfaches Thema. Um auf Alternativen zurückgreifen zu wollen, muss man die schulmedizinische Denkweise zunächst ein Stück weit verlassen. Das ist keine leichte Sache, weil man das Gelernte ja hinterfragen muss, das was im Studium vermittelt wurde. Zwischen Schulmedizin und Naturheilkunde herrscht auch nicht umsonst diese Diskrepanz, die es ja nicht erst seit gestern gibt. Das muss man wohl ein Stück weit verstehen. Ich denke, am besten ist es, sich selber umfassend zu informieren, so dass man seine Sichtweise plausibel darlegen kann. Vielleicht kann man damit den ein oder anderen zumindest zum überdenken anregen …

      Liebe Grüße
      Anke

  11. Danke für den tollen Beitrag! Speziell auch für den Tipp “Wurmweg von Hirtengold”! Kann man problemlos unters Futter mischen. Vom Füttern von Knoblauch rate ich aber ab. Liebe Grüße nach Wiehl

    • Hallo Matthias,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Beim Knoblauch passt die alltbekannte Weisheit “die Menge macht das Gift”. Die Mengen jedoch, in denen Knoblauch beim Hund toxisch wirken würde, würde allerdings kein normaler Hundehalter seinem Hund füttern ;-)

      Liebe Grüße
      Anke

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