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Meine Tipps für ein entspanntes Weihnachtsfest mit Hund

Ein Hund liegt in einem weihnachtlichen Wohnzimmer mit Kamin und Geschenken neben den Buchstaben X Mas mit Blick nach vorne.

Ein helles, warmes Feuer prasselt leise im Kamin und durch das Fenster sieht man in der Dunkelheit dicke, weiße Schneeflocken fallen. Ein Glöckchen klingelt leise, im Wohnzimmer strahlt der bunt geschmückte Weihnachtsbaum mit den vielen, im Raum verteilten Kerzen um die Wette. Der große Esstisch in der Mitte des Zimmers ist reich gedeckt mit allen möglichen Köstlichkeiten, die ganze Familie sitzt endlich einmal glücklich vereint zusammen. Die Stimmung ist friedlich, entspannt und fröhlich…

Plötzlich ertönt ein Schrei aus der Küche: „ Iiiiiiiih … was ist DAS denn??? Das ist ja ekelhaft!! Pfui Teufel!!!“ Alle am Tisch sehen sich fragend an und stürzen fast gleichzeitig in die Küche!! Dort steht die 9-jährige Tochter und starrt mit einem angewiderten Gesichtsausdruck auf eine bräunliche, undefinierbare, mit Bröckchen bestückte, schleimige Masse auf dem Fußboden. Was ist das??

Hundekotze?!

Ein Verdacht kommt auf, alle starren sich an und richten dann wieder fast zeitgleich den Blick auf die Anrichte, auf der bis vor kurzem eine große Platte stand, bestückt mit der 6 kg schweren Gans, die für den 1. Weihnachtstag schon vorbereitet worden ist. Die Weihnachtsgans – ist weg!! Nur noch ein paar schmierige Reste zeugen von ihrer Gegenwart. Die Platte ist etwas verschoben, ragt zum Teil über den Rand der Anrichte und wäre wohl fast runter gefallen. WER WAR DAS???

Man schaut sich wieder an und dann gehen alle Blicke nach unten, Richtung Boden, Richtung Küchentür, wo ein Schatten gerade auf leisen Sohlen um die Ecke verschwindet. Der Hund!!!

Memories …

Wenn das mal nicht ein erinnnerungswürdiges Weihnachtsfest ist! Statt eine leckere Weihnachtsgans zu verzehren, muss nun ein riesiger Berg Hundekotze entfernt werden. Dumm gelaufen! Hätte man doch besser im Vorfeld einiges anders gemacht!

Weihnachtsbraten

Natürlich ist das nur ein Beispiel von vielen Pleiten, Pech und Pannen, die mit Hund an Weihnachten so passieren können. Nicht jeder Hund muss klauen, um den Festtagsbraten zu bekommen, manch ein Hundehalter gibt ihm diesen in guter Absicht sogar selber! Der Hund soll schließlich auch etwas von Weihnachten haben!

Frohe Weihnachten für Hunde

Es muss auch nicht der Weihnachtsbraten sein! Eine Christbaumkugel ist ein tolles Spielzeug für machen Hund und der Baum gleich mit dazu. Der nächste freut sich, dass er sein Beinchen nun gleich im Wohnzimmer heben kann, wo es doch jetzt so bitterkalt draußen ist! Da jagt man doch keinen Hund vor die Tür! Und Besuch?? Ist doch super! Kommt Leben in die Bude! Endlich mal jemand neues zum Anspringen und Abschlecken! Und Anbetteln! Wie schön, wenn man mal wieder nicht angeben kann, mit dem wohlerzogenen Hund, der mit sabbernder Schnauze fast auf dem Schoss des offensichtlich leicht verängstigten Besuchers sitzt. Naja, der soll sich mal nicht so anstellen…

Der richtige Spaß kommt natürlich erst, wenn die Geschenke ausgepackt werden! Hunde lieben Geschenkpapier! Sie finden das lecker! Außerdem kann man das so toll zerreißen! Noch lustiger ist das natürlich mit mehreren Hunden! Die können sich dann so richtig schön lautstark darum fetzen! „Oh du fröhliche“ hört man bei dem Krach zwar nicht mehr, aber was soll´s! Hundegebell, Gekläffe, Geknurre ist doch für richtige Hundeliebhaber viel schöner als Weihnachtsmusik! Oder?

Nicht? Ach, du meinst, du würdest gerne schöne, ruhige, besinnliche Weihnachten feiern? Ohne Hundekotze in der Küche, ohne Hundepippi im Wohnzimmer, ohne Gekläffe, Gebelle und Geknurre? Mit Weihnachtsgans zum Verzehr und Wohlfühlatmosphäre für den Besuch? Und das alles MIT Hund?? Und dafür möchtest du gerne ein paar Tipps, wie das gehen kann? Ernsthaft?

Was also kann man tun, um ein schönes, besinnliches Weihnachtsfest auch MIT Hund zu feiern?

… Hier kommen meine 10 besten Ratschläge für Weihnachten mit Hund:

Tipp 1: NIEMALS einen Festtagsbraten in einem Raum unbeaufsichtigt stehen lassen, wenn ein Hund in der Nähe ist!

Tipp 2: Auch wenn das eine gute Idee zu sein scheint (Hunde sind ja Fleischfresser), der Weihnachtsbraten ist für den Hund aus ernährungsphysiologischen Gründen tabu, es sei denn, du hast kein Problem damit, den Weihnachtsabend mit dem Aufwischen von Hundekotze zu verbringen. Wenn du deinme Hund etwas Gutes an Weihnachten tun willst, gib ihm einen besonders tollen Knochen zum Bearbeiten und Fressen.

Tipp 3: Lade NUR (!!) Besuch ein, der Hunde mag! Oder sorge schon im Vorfeld dafür, dass dein Hund so gut erzogen ist, dass er den Besuch in Ruhe lässt. Mit dem Besuchstraining (dafür eignet sich sogenanntes „Deckentraining“) solltest du etwa im Sommer beginnen, jetzt ist es dafür wohl schon zu spät. Also Gästeliste checken und „hundeuntauglichen“ Besuch schnell wieder ausladen.

Tipp 4: Der Weihnachtsbaum sollte schon ein paar Tage vor Weihnachten aufgestellt werden, um den Hund daran zu gewöhnen. Achte vor allem am ersten Tag streng darauf, dass dein arroganter Rüde diesen nicht markiert. Einmal auserkoren, wird dein Rüde darauf bestehen, den Weihnachtsbaum als sein Eigentum ständig aufs Neue zu definieren. Zur Not zieh einen kleinen Zaun um den Baum (es gibt im Baumarkt sogenannten Kaninchendrahtzaun, der reicht aber natürlich nicht für eine Dogge).

Tipp 5: Nur ein müder Hund ist ein guter Hund! Plane daher auch an Weihnachten reichlich Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang ein (Minimum 3 Stunden!). Solltest du danach selber zu müde sein, um noch das Festtagsmenü für den Abend vorzubereiten, kannst du dafür einen Partyservice beauftragen. Falls das nicht klappt, weil es zu kurzfristig ist, wäre auch die Buchung eines „Dogwalkers“ in Betracht zu ziehen. Der ist natürlich nicht ganz billig.

Tipp 6: Geschenkpapier wird überbewertet! Denke doch auch mal an die Umwelt, all die „Tonnen“ Weihnachtspapier müssen ja hinterher auch irgendwohin (nicht in den Hundemagen!!). Spare dir die Arbeit und das Geld und lege die Geschenke einfach uneingepackt unter den Baum. Du schonst so deinen Geldbeutel, deine Nerven, den Hundemagen, die Umwelt und sparst sogar noch viel Zeit (die kannst du dann wiederum in den Hundespaziergang investieren!).

Tipp 7: Mach deinem Hund rechtzeitig klar, dass Christbaumkugeln keine Spielbälle sind! Denk daran, auch dein Tierarzt feiert Weihnachten und wäre nicht begeistert, wenn er am Weihnachtsabend stundenlang die Pfote deines Hundes von millimeterkleinen „Kugelscherben“ befreien muss. Wenn du dich dazu nicht in der Lage fühlst, kauf statt der Christbaumkugeln Tennisbälle und färbe diese unterschiedlich ein. Da diese mehr wiegen, als Christbaumkugeln, solltest du allerdings nicht zu viele in den Baum hängen, dieser könnte sonst unter der Last zusammenbrechen. Alternativ kannst due deinen  Hund natürlich auch für die Dauer des Weihnachtsfestes aus dem Wohnzimmer ausquartieren (Zwinger im Garten, natürlich beheizt) oder du verzichtest auf einen Baum.

Tipp 8: Neben dem Knochen solltest du natürlich weitere Vorkehrungen treffen, um dem Hund die Lust auf den Weihnachtsbraten zu nehmen. Hierfür eignet sich die „all-you-can-eat“- Methode sehr gut! Kippe hierfür den Trockenfuttersack einfach aus und lass deinen Hund so viel davon fressen, wie er mag (Die Verantwortung für die Konsequenzen obliegt ausschließlich dir, ich übernehme keinerlei Gewähr, keine Tierarztkosten und die Hundekotze musst du auch selber entfernen).

Tipp 9: Sollte es dennoch zu Unstimmigkeiten kommen, schließe deinen Hund für den Rest des Abends einfach im Bad ein. Das Protestgeheul kannst du gut mit stimmungsvoller Weihnachtsmusik (z.B. „oh du fröhliche“!) überspielen. Den Besuch schickst du natürlich auf die Gästetoilette, nicht ins Bad zum Hund!! Falls du keine Gästetoilette hast, kannst du den Hund alternativ auch im Keller unterbringen, dabei solltest du jedoch darauf achten, dass der Keller entsprechende Raumtemperatur hat.

Tipp 10: Sollten all diese Ratschläge nicht helfen und der Hund das Weihnachtsfest trotzdem torpedieren, verzichte in Zukunft auf die Ausrichtung solcher Festivitäten. Auch Weihnachten wird überbewertet! Diese Vorgehensweise bringt auch weitere positive Aspekte mit sich, du sparst wiederum Zeit, Geld, Nerven und kannst dich ganz deinem Hund widmen. Damit hat dann zumindest dieser ein tolles Weihnachtsfest!

Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Anwendung meiner 10 besten Weihnachtstipps für Weihnachten mit Hund. Es sei noch einmal erwähnt, dass ich keinerlei Gewähr für den Erfolg und die Konsequenzen übernehme! In diesem Sinne …
Merry Christmas

 Dieser Artikel wurde verfasst für die Weihnachtsserie „Wauzige Wuffnacht 2015“ auf Die Fabelschmiede – dem „Hundemagazin mit kleinen Geschichten aus dem Leben von Hunden und ihren Menschen … und mehr!“

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Über Anke (163 Artikel)
Hallo, ich bin Anke, zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Naturheilkundlerin und schreibe hier über die Ernährung, aber auch weitere spannende Themen rund um Hunde. Auf www.anke-jobi.de biete ich individuelle Ernährungsberatung für Hunde an.

5 Kommentare zu Meine Tipps für ein entspanntes Weihnachtsfest mit Hund

  1. Tipp 9: Sollte es dennoch zu Unstimmigkeiten kommen, schließen Sie Ihren Hund für den Rest des Abends einfach im Bad ein. Das Protestgeheul können Sie gut mit stimmungsvoller Weihnachtsmusik (z.B. “oh du fröhliche”!) überspielen. Den Besuch schicken Sie natürlich auf die Gästetoilette, nicht ins Bad zum Hund!! Falls Sie keine Gästetoilette haben, können Sie den Hund alternativ auch im Keller unterbringen, dabei sollten Sie jedoch darauf achten, dass der Keller entsprechende Raumtemperatur hat.

    Ein Scherz, oder?

    Die ersten Tipp haben ich erst als sinnvoll angesehen, aber ich könnte mir nicht vorstellen, meinen Hund Weihnachten jaulend wegzuschließen. Das wäre für mich nämlich ziemlich unentspannt

    Viele nachdenkliche Grüße
    Sabine mit Socke

    • Hallo liebe Sabine,

      ja, die Tipps sind natürlich allergrößtenteils scherzhaft gemeint. Das Leben ist ja ernst genug, da darf auch der Spaß nicht zu kurz kommen 😀 … Daher natürlich auch extra noch der Hinweis am Schluss.

      Liebe Grüße
      Anke

  2. Zu Tipp Nummer 7 fällt mir ein: Lieber Holzfigürchen an den Baum hängen, die erkennt der Hund viel eher als „Stöckchen“ an und spielt vielleicht damit genauso gerne wie mit den Glasbällen. 😉

    Herrlich, vielen Dank für diesen Beitrag!

    Liebe Grüße
    Nicole

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