Aktuell

Putztage – Darmsanierung und Entgiftung

Um die Gesundheit des Hundes größtmöglich zu unterstützen, ist manchmal ein bisschen mehr nötig, als „einfach“ nur auf eine gesunde Ernährung etc. zu achten. Selbst dies ist ja in der heutigen Zeit richtig schwierig geworden, da viele Futtermittel für Hunde aus denkbar schlechtesten Zutaten zusammengemixt werden, um dann den Hundehaltern trotzdem als gesund verkauft zu werden. Als Laie blickt man da ja leider oft nicht wirklich durch.

WelpeAber nicht nur das Futter ist ja schuld. Viel zu schnell greift man in der heutigen Zeit zu starken Medikamenten, wie z.B. Antibiotika, um auf Nr. sicher zu gehen. Kaum jemand ist sich bewusst darüber, welchen Schaden er im Darm / Organismus seines Hundes mit dieser Medikation, die ja eigentlich Gutes bewirken soll, anrichtet. Oft richtet man tatsächlich mehr Schaden als Nutzen an und ein Kreislauf beginnt. Durch die Gabe der Medikamente wird das Immunsystem empfindlich gestört, weitere oder sich wiederholende Krankheiten sind die Folge. Ganz zu schweigen davon, dass sich mittlerweile viele Resistenzen gebildet haben und Antibiotikum dann eigentlich oft sowieso nicht die gewünschte Wirkung hat.

Weitere Belastungen

Dazu kommen aber auch noch viele weitere Faktoren, die den Organismus (sowohl von Mensch als auch Tier) belasten. Das sind verschieden Umweltgifte, denen auch Hund täglich ausgesetzt ist, wie z.B. Luftverschmutzung, Elektrosmog durch die vielen elektrischen Geräte, von denen man dauerhaft umgeben ist, Schadstoffe in Zubehörteilen, wie Näpfe, Spielzeug usw.

Ein Großteil der entstehenden Krankheiten basiert auf Stoffwechselstörungen. Um das ganz laienhaft auszudrücken, heißt das schlicht, der Organismus kann seinen Aufgaben nicht mehr optimal nachkommen, weil er, oft über einen längeren Zeitraum, entweder an einem Mangel oder einem Überschuss gelitten hat.

Das Immunsystem

Der größte Teil des Immunsystems, nämlich etwa 80 %, befindet sich im Darm. Alleine diese Zahl zeigt, wie wichtig es ist, den Darm in seiner Funktion optimal zu unterstützen. Ist die Darmfunktion gestört, ist auch das Immunsystem beeinträchtigt. Das Ganze ist natürlich viel komplexer, als in diesen zwei Sätzen dargestellt. Eigentlich reicht diese Darstellung aber, um klar zu machen, wie schnell ein Kreislauf aus Krankheiten entstehen kann.

Eine ungenügende Verdauung z.B. kann dazu führen, dass im Dünndarm eine vermehrte Schleimbildung stattfindet, welche sich auf der Schleimhaut ablagert. Ein Nährboden für die “falschen” Bakterien entsteht, welche sich nun vermehrt ansiedeln können.

Auch Parasiten wie Würmer und Co fühlen sich in diesem Milieu wohl und es kann zu Wurmerkrankungen kommen. Futterreste bleiben in der verdickten Darmschleimhaut hängen, diese können z.B. auch Allergene beinhalten, Futterkomponenten also, auf die der Hund allergische Reaktionen zeigt.

Kranker HundDie Darmflora

Mit dem Begriff Darmflora ist die vielfältige Keimbesiedlung der Darmschleimhaut gemeint. Diese Vielfalt stellt ein mikro-ökologisches System dar, welches einer ganzen Reihe Aufgaben nachkommt. Darunter fällt z.B. die Stimulation des Darm-Immunsystems, die Resorption von Nährstoffen und auch Schadstoffen, die Anregung der Darmbewegungen oder sogar die Produktion von Substanzen, die Krankheitserreger eliminieren können.

Die milchsäurebildenden Bakterien spielen eine zentrale Rolle, sie sind für das schwach saure Milieu im Darm verantwortlich. Dieses Milieu sorgt dafür, dass sich krankheitserregende Fäulniskeime nicht übermäßig vermehren können. Eine geschädigte Darmflora kann Auslöser vieler Erkrankungen sein, so z.B. auch Allergien.

Darm auf Vordermann

Damit der Darm seinen wichtigen Aufgaben nachkommen kann, ist ein Gleichgewicht der Darmflora aus guten und schlechten Bakterien nötig. Auch die schlechten Bakterien erfüllen einen Zweck, sie sind die Trainingspartner der guten Bakterien. Diese brauchen von Anfang an Herausforderungen, um stark genug zu werden und den Körper im Ernstfall verteidigen zu können. Ein starkes Immunsystem, und somit eine ausgeglichene Darmflora, ist das A und O der Gesundheitsprophylaxe.

Probiotika und Co

Man blickt ja nicht rein, heißt, so richtig weiß man ja gar nicht, wie es nun da im Darm wirklich aussieht, mit den guten und schlechten Bakterien. Deshalb macht es durchaus Sinn, so eine kurweise Unterstützung rein prophylaktisch hin und wieder zu machen. Gibt es allerdings wiederkehrende gesundheitliche Probleme, selbst wenn diese nicht auf den ersten Blick im Zusammenhang mit dem Magen/Darm stehen, ist eine solche Darmsanierung auf jeden Fall dringend angezeigt.

Hierbei sind sowohl Probiotika als auch Prebiotika hilfreich. Probiotika bestehen aus Mikroorganismen, die das mikrobielle Gleichgewicht verbessern. Prebiotika unterstützen Wachstum und Vermehrung der guten Bakterien. Eine Kombination aus beiden nennt man Symbiotika. Wichtig ist, darauf zu achten, dass im Probiotikum das Bakterium Enterococcus faecium enthalten ist. Die positive Wirkung auf den hündischen Darm wurde erwiesen, während andere Bakterien sich als nicht so wirksam erwiesen.

Einige empfehlenswerte Produkte:

  • Symbiopet : Dies ist das am meisten empfohlene Kombiprodukt (Symbiotika) zur Durchführung einer Darmsanierung. Die Dosierung richtet sich natürlich nach der Packungsbeilage. Die Dauer ist abhängig vom Krankheitsgeschehen. Eine normale Kur würde man über einen Zeitraum von ca. 4 Wochen durchführen. Bestehen akute Probleme, sollte die Sanierung gut auf 3 Monate ausgeweitet werden. Eine einmal geschädigte Darmflora braucht lange, bis sie wieder in ein gesundes Gleichgewicht kommt.
  • Protexin Prokolin : Ist ebenfalls ein Symbiotika, das aus Probiotika und Prebiotika besteht. Es kommt als Paste daher, die durch eine Dosierspritze verabreicht wird. Auch hier richtet sich die Dosierung nach der Packungsbeilage und die Dauer nach dem Krankheitsgeschehen des Hundes.
  • Probiotic Plus Kapseln: Sind ein Probiotikum, das ebenfalls die Darmflora unterstützen soll. Die Kapselform macht eine Dosierung leicht (Kapselinhalt unter das Futter mischen), Dosierung und Anwendungsdauer sind individuell zu berücksichtigen.
  • Buttermilch, Joghurt, Kefir: Können gut eingesetzt werden, um vorzubeugen. Eine regelmäßige Gabe, ein- bis zwei Mal wöchentlich, ist sehr sinnvoll. Bei bestehender Krankheit reichen diese allein aber nicht aus, um ein Gleichgewicht wieder herzustellen.

DarmsanierungMüll muss raus

Wie man natürlich weiß, verfügt der Organismus über einige Entgiftungsorgane, über die er Gifte und Schadstoffe ganz eigenhändig entsorgt. Das sind an erster Stelle natürlich die Leber, weiter die Nieren, aber auch der Darm und sogar die Lunge. Manchmal funktioniert das aber nicht mehr so richtig. Grund dafür kann entweder sein, dass der Organismus durch Fehlversorgung in seinen Funktionen eingeschränkt ist, oder aber, dass das Aufkommen der Schadstoffe seine Kapazität schlicht überschreitet. Ersteres kann auch zu zweitem führen.

Diese Schadstoffe, die nicht mehr ausgeleitet werden, können sich nun an allen möglichen verschiedenen Stellen im Körper ablagern und früher oder später zu Symptomen führen. Auch hier passiert es sehr häufig, dass die Symptome mit einer solchen Überbelastung überhaupt nicht in Zusammenhang gebracht werden. Und dann wird an den Symptomen „rumgedoktert“, statt einfach dafür zu sorgen, dass die Schadstoffe ab- und somit austransportiert werden. Manchmal kommt es natürlich auch vor, dass die Schadstoffe zu irreparablen Schäden führen. Was wiederum deutlich macht, wie wichtig eine Vorbeugung ist.

Entgiften

Auch wenn keinerlei Symptome vorhanden sind, macht es also durchaus Sinn, in regelmäßigen Abständen kurweise Entgiftung durchzuführen. Ist bereits ein Krankheitsbild entstanden, sollte eine Entgiftung eigentlich zum Pflichtprogramm gehören, genau wie die Darmsanierung.

Wege der Entgiftung

  • Kräuterkur: Kräuter wie Brennnessel, Schafgarbe, Löwenzahn und Ringelblume sind geeignet, die Entgiftungsfunktionen zu unterstützen. In Kombination regen sie die Stoffwechselfunktionen an, reinigen das Blut und unterstützen Leber, Nieren, Galle und Lymphsystem. Man mischt die getrockneten Kräuter in gleichem Verhältnis und gibt je nach Größe des Hundes 1 TL – max. 2 EL täglich unter das Futter. Es gibt auch fertige Kräutermischungen, die zur Entgiftung verwendet werden können.
  • Auch Algen können zur Entgiftung eingesetzt werden. Die Mikroalgen Spirulina und Chlorella leiten Giftstoffe aus, sorgen für eine bessere Darmflora und unterstützen den gesamten Stoffwechsel.
  • Zeolith: Zeolith ist ein Naturmineral vulkanischen Ursprungs und in der Lage, Giftstoffe zu binden und auszuleiten. In Pulverform lässt es sich gut unter Futter mischen, wichtig ist hierbei eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Da es kein spezielles Produkt für Tiere gibt, gibt es hier auch keine ausführliche Dosierungsanleitung. Ausgerichtet an der Dosierung für Menschen empfehlen wir, einen Teelöffel mit etwas Wasser unter das Futter zu mischen. Auch hier ist eine kurweise Anwendung angezeigt. Je nach Symptomatik über 4 – 8 Wochen.
  • Heilerde: Auch Heilerde hat die Eigenschaft Giftstoffe zu binden und auszuschwemmen. Und auch diese kann man kurweise anwenden, bei der Dosierung kann man sich an der für Menschen orientieren. Sehr zu empfehlen ist auch das Fangocur Bentomed , welches noch weitere “darmfreundliche” Stoffe, sowie positv unterstützende Nährstoffe enthält.

Beim Entgiften sollte man immer beachten, dass es die Wirkung von Medikamenten beeinträchtigen kann. Außerdem sollten solche Entgiftungsmittel, welche Schadstoffe binden können, nicht unbedingt in die Hauptmahlzeiten gemischt werden, sondern eher in eine kleine Zwischenmahlzeit gegeben werden, da sie auch die einen oder anderen Nährstoffe binden können.

Wann macht man was?

Generell würde ich empfehlen Entgiftung und Darmsanierung zu trennen. Viel hilft nicht immer viel! Außerdem ist es besser zuerst einmal sauber zu machen und so eine gute Grundlage zu schaffen. In einem “sauberen” Darmmilieu siedeln sich die guten Bakterien auch gerne wieder an, zum Teil sogar von alleine. Bei bereits bestehender Krankheit kommt es auf den Fall an.

Bevor man sauber macht, sollte jedoch zunächst einmal die Ernährung optimiert werden. Warum das so wichtig ist, erkläre ich HIER.

Futterplanbestellen5

Hier kannst du teilen ...Print this pageShare on Google+Share on FacebookEmail this to someone
Über Anke (143 Artikel)
Hallo, ich bin Anke, Ernährungsberaterin für Hunde, Naturheilkundlerin und schreibe hier über die Ernährung, aber auch weitere spannende Themen rund um Hunde. Auf www.deinfuttercheck.de biete ich individuelle Ernährungsberatung für Hunde an.

25 Kommentare zu Putztage – Darmsanierung und Entgiftung

  1. Liebe Lucy, liebe Anke
    Vielen Dank für diesen tollen Artikel, auf den ich schon sehnsüchtig gewartet habe.
    Gleich mal Dr. Google befragt wegen Zeolith…. ups, da gibt es viele Seiten, die das anbieten, dadurch bin ich schon wieder total verunsichert, wo ich bestellen soll, seufz
    habt ihr eine bestimmte Marke/Firma, wo ihr bestellt?

    Weiters würde ich gerne wissen, ob Darmsanierung und Entgiftung gleichzeitig gemacht werden kann oder hintereinander?
    Vielleicht denkt ihr jetzt “die hat ja null Ahnung von irgendwas” …. egal, lieber ich frag einmal zuviel und gelte als “Dummy” bevor ich was falsch mache gg

    Wünsche Euch allen noch einen schönen Sonntag und bin schon gespannt, welche tollen Tipps als nächstes kommen

    Liebe Grüße
    Angela & Rocco

    • na super, auch bei symbioPet gibt es 2 Möglichkeiten in der Zusammensetzung, schon wieder verunsichert bin….

      zum einen: Zusammensetzung:
      Traubenzucker, Hefen (25 %), Kartoffel­stärke

      und zum anderen: Zusammensetzung:
      Maisstärke, Maltodextrin, Inulin

      HILFEE :(

      • Hallo liebe Angela,

        ich wusste doch, ich hatte noch was vergessen :-D … zu deiner zweiten Frage schreibe ich jetzt noch eine Ergänzung im Artikel.

        Zu deiner 3. Frage: nimm das SymbioPet® dog, das ist das richtige. Zu deiner ersten Frage, ja, wir bevorzugen das Zeolith von http://www.zeolith-bentonit-versand.de . Damit kommen wir bei Hunden und Menschen gut zurecht, die Quali scheint mir gut und der Service ist auch prima.

        Ich hoffe, ich konnte alle Unklarheiten beseitigen :-D

        Liebe Grüße und schönen Sonntag
        Anke und Lucy

        • Huhu liebe Anke
          Vielen Dank für die Ergänzung und den Link

          Ja, Du konntest alle Unklarheiten von vorher beseitigen,
          allerdings hast eine neue aufgetan, schäm….

          Wenn ich erst den Darm saniere und dann Entgifte,
          bringt die Entgiftung den Darm nicht wieder durcheinander?
          oder kommt das dann mit Joghurt, Buttermilch & Co wieder in Normalzustand

          Danke für Deine Geduld
          Angela & Rocco

          • :-D nein, da brauchst du keine Sorge haben. Die Entgiftung holt raus, was nicht rein gehört und unterstützt so die Darmschleimhaut etc. sogar, weil Nährstoffe etc. auch wieder besser aufgenommen werden können. Mit der Darmflora passiert dadurch nichts schlechtes, eher das Gegenteil :-D … Es gibt übrigens sogar Kombiprodukte, die beides beinhalten …

  2. Hallo liebe Anke,

    ein toller Artikel. Kommt gerade rechtzeitig – das Frühjahr steht ja vor der Tür…

    Die Darmsanierung werde ich wohl mal bei Linda durchführen, die seit geraumer Zeit weißliche Schuppen hat, deren Herkunft ich mir nicht so ganz erklären kann. Nicht wirklich schlimm, aber auch nicht gut…

    Vielleicht kannst Du auch mal ein schuppiges Thema aufgreifen.

    Es grüßen Dich ganz lieb

    Andrea und Linda

    • Hallo liebe Andrea,

      freut mich sehr, dass dir der Artikel gefällt! Zu den Schuppen: auch die Haut ist ja ein Ausscheidungsorgan … Deine Anregung werde ich auf jeden Fall aufgreifen und in nächster Zeit auch mal einen wie du so schön schreibst, “schuppigen” Artikel machen :-D

      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag …
      Anke und Lucy

  3. Ein ganz toller Artikel :) Wir haben heute auch mal ein paar Worte zum Thema Hundeernährung geschrieben, insbesondere der Vergleich von Fertigfutter und Eigenherstellung!

    Haben euren Blog direkt mal verlinkt ;)

    Liebe Grüße, Carolin mit Amber

    • Hallo liebe Carolin,

      freut mich sehr, dass dir der Artikel gefällt :-D … Und dankeschön natürlich für die Verlinkung!!

      Wünsch euch einen schönen Restsonntag
      Liebe Grüße
      Anke und Lucy

  4. Sehr interessant. Wenn Socke irgendwann einmal keine Medikamente bekommt, dann würden wir auch an soetwas denken…Jetzt kommt es leider nicht in Betracht. Wir haben es im Januar letzten Jahres versucht, als Socke so viel Antibiotikum bekommen hatte. Aber es ist ihr gar nicht bekommen, wir mussten es abbrechen….

    Danke für diese tollen informationen…

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

    • Hallo liebe Sabine,

      ja, leider ist es so eine Sache, wenn Medikamente im Spiel sind. Und klar, wenn man nach langem Leid und viel auf und ab endlich mal einigermaßen alles im Griff hat, möchte man das auch nicht gefährden.Ich hoffe für euch natürlich, dass ihr irgendwann dahin kommt, dass die Medikamente nicht mehr nötig sind. Drück euch fest die Daumen!! Hauptsache ist auf jeden Fall, dass es Socke im Moment relativ gut geht …

      Dankeschön für dein Lob und liebe Grüße
      Anke und Lucy

  5. Liebe Anke,

    vielen Dank für den ausführlichen Artikel :). Wie immer alles so super erklärt.
    Ich habe jetzt mal das SymbioPet bestellt. Nachdem die Kotprobe nichts ergeben hat und die Kleine bisher keinen Durchfall mehr hat, denke ich, dass ihr das bestimmt gut tun wird.

    Liebe Grüße
    Miriam

    • Hallo liebe Miriam,

      freut mich sehr, das hört sich ja beides gut an. Auf alle Fälle ist es eine gute Idee, die Darmsanierung zu machen. Drück euch weiterhin die Daumen :-D

      Liebe Grüße
      Anke und Lucy

  6. Liebe Anke,
    für mich ist das alles ein schwieriges Thema. Darmsanierung ok, das macht noch halbwegs Sinn, aber Entgiftung? Ich habe generell so meine Probleme mit Maßnahmen, die nicht wissenschaftlich erwiesen sind. Und die Entgiftung ist meines Wissens nach nicht erwiesen. Genau genommen las ich mal einen Artikel, wo ein Arzt schrieb, dass wenn der Körper auf Dauer Giftstoffe nicht selbst abführen könnte, dass er dann sterben würde. Zudem müssten die Giftstoffe dann auch in den Organen der Lebewesen nachweisbar sein. Sind sie das? Er behauptete, nein.

    Nun bin ich selbst kein Raketenwissenschaftler und habe beides schon ausprobiert, da wir ja bei Pebbles ganz schön mit ihrem Immunsystem zu kämpfen hatten und ich total verzweifelt war. Mit machten eine Entgiftung mit Chlorella Algen und Pebbles bekam Kolostral-Tabletten zum Aufbau des Immunsystems, immer mal wieder Joghurt oder Buttermilch und verschiedene Tropfen und Globuli gegen den Juckreiz (jeweils für einige Wochen am Stück, nach Anweisung der Heilpraktikerin).

    Ich bilde mir ein, dass es ihr heute ein bisschen besser geht, als noch vor einem halben Jahr. Gerade nach den ganze Antibiotika, die sie bekam.

    Aber ihre Allergie ist dadurch nicht besser geworden.

    Ich habe sehr viel Geld in homöpatische und Naturheilprodukte investiert und kann nicht von einem wirklich behaupten, dass es was gebracht hat. Die Wirkung war nicht eindeutig darauf zurückzuführen.

    Du siehst ich stehe diesen Dingen eher kritisch gegenüber.

    Klar, wenn man am Ende seines Lateins ist, dann versucht man einfach alles, damit es dem Tier besser geht. Rückblickend hätte ich mir jedoch einige Behandlungen sparen können.

    Ich würde mich jedoch freuen, wenn Du vielleicht mehr dazu weißt, ob und ob nicht die beiden vorgestellten Methoden wissenschaftlich erwiesen sind! Selbst wenn sie es nicht sind, manchen Menschen und Tieren helfen diese Praktiken ja trotzdem, anderen nicht. Du sagst ja glaube ich selbst immer, dass die Naturheilkunde immer ergänzend zur Schulmedizin eingesetzt werden sollte.

    Ich bin gespannt auf Deine Gedanken und Expertise :)

    Viele Grüße
    Mieke

    • Hallo liebe Mieke,

      ich finde es super, dass du mir einen so ausführlichen und vor allem ehrlichen Kommentar geschrieben hast. Ich möchte dir darauf auch sehr gerne ausführlich antworten. Z. B. möchte ich dir gerne meine eigene Erfahrung schildern und auch gerne für dich noch ein paar Dinge nachschauen. Das wird ein bisschen Zeit in Anspruch nehmen, zumal ich jetzt gleich auch erst mal mit meinen Fellnasen raus muss. Deshalb wollte ich dir jetzt nur kurz antworten, damit du weißt, ich hab´s gelesen, zur Kenntnis genommen und bearbeite es :-D

      PS. Ich hatte gedacht, Pepples geht es jetzt gut :-(

      Liebe Grüße und bis später
      Anke

      • Alles klar, freut mich!

        Also Pebbles geht es besser als im August und September. Sie macht einen kerngesunden Eindruck, wenn da nicht der Juckreiz wäre. Wir waren zwischenzeitlich schon komplett vom Cortison runter, aber nach 1 Woche hatte sie sich wieder blutig gekratzt.

        Momentan bekommt sie leider wieder die Minimaldosis :( Aber nächste Woche probiere ich nochmal einen neuen Tierarzt aus, der mir von einer anderen Allergiepatientin empfohlen wurde.

        Vielleicht weiß der ja Rat. Wir geben nicht auf :)

        • Hallo liebe Mieke,

          so, das wird jetzt bestimmt lang :-D … Erst mal hab ich einen schönen Link zu Entgiftung gefunden, ist sogar von einem Schulmediziner. Dass er Zeolith erwähnt, ist aber Zufall, danach hatte ich nicht gesucht. Ich wollte dir zu meiner laienhaften Erklärung noch eine geben, die fachmännisch ist. Hier der Link: http://www.klinik-st-georg.de/fileadmin/publikationen/informiert/21_KSG_DrDouwes_Info_Vergiften_Entgiften.pdf (Hoffe das funktioniert so)

          Meine laienhafte Erklärung zur Notwendigkeit der Entgiftung: Man kann sich das so vorstellen, dass der Körper mit vielen, vielen Giftstoffen zu tun bekommt. In der heutigen Zeit ist man ja quasi ständig irgendwelchen Giften ausgesetzt, sei es die Luft, das Essen (Petizide usw.), Elektrosmog, Medikamente usw, usw.. Die Leber ist unser wichtigstes Entgiftungsorgan. Jetzt stellt man sich vor, sie kommt ihrer Arbeit einfach nicht nach, so wie ein Behälter, der sich oben über eine große Öffnung füllt, unten aber über eine kleine entleert. Logischerweise läuft der Behälter irgendwann über und die Reste verteilen sich. So verteilen sich die Giftstoffe, die die Leber (und die anderen Entgiftungsorgane) nicht schaffen abzubauen, im gesamten Organismus. Die Leber funktioniert aber ja trotzdem einwandfrei. Schulmediziner, die unterstellen, man würde an Giften sterben, unterstellen, soweit ich das verstanden habe, dass die Leber dann nicht mehr richtig funktionieren würde. Ja, dann hätte man einen Leberschaden, das ist aber etwas ganz anderes. Na, jedenfalls die “übrigen” Giftstoffe lagern sich an allen möglichen Stellen im Körper ab und es kann zu Krankheitssymptomen kommen. Durch die Entgiftung schafft man quasi wieder Platz, die Giftstoffe können wieder nachrücken und der Körper kann seinen Entgiftungsfunktionen wieder nachkommen. Wie gesagt, das war jetzt Laiensprache.

          Meine eigene Erfahrung dazu: Vor gut 3 Jahren erkrankte ich an einem sogenannten Fersensporn. Ich hatte richtig schlimme Schmerzen und mein Leben war extrem beeinträchtigt. Über Monate habe ich täglich (!!) Schmerzmittel nehmen müssen. Schulmedizinisch tat sich nicht allzu viel, einem Fersensporn hat diese nicht allzu viel entgegen zu setzen. Deshalb findet man auch im www viele Beiträge von Menschen, die seit Jahren nach Hilfe suchen. Ich bekam also Ibuprofen und Einlagen. Es wurde aber nicht besser. Also hab ich angefangen, selber zu recherchieren und fand raus, dass im Grunde nicht der Fersensporn selber schuld ist (einen Fersensporn haben nämlich viele Menschen, häufig ohne Symptome), sondern eine Art entzündlicher Prozess. Ich habe viel probiert, gymnastische Übungen z.B., habe meine Ernährung umgestellt, gekühlt usw.. Die Schmerzen blieben. Ende 2013 war ich völlig verzweifelt. Da habe ich dann beschlossen, einmal recherchier ich noch mal richtig und dann, falls ich nichts weiter finde, lasse ich mich operieren (ich habe extremen Horror vor Krankehäusern). Meine Recherche brachte zutage, dass eine Entgiftung helfen könnte, da es sich um Ablagerungen handeln könnte, die die entzündlichen Prozesse begünstigen. Also habe ich das gemacht. 2 Monate später war ich schmerzfrei!! Schmerzfrei nach 1 1/2 Jahren Leid!

          Nach einigen Monaten (die Entgiftung hatte ich längst abgeschlossen) kamen die Schmerzen wieder. Gleichzeitig bekam ich Schmerzen im Ellenbogen, was als Schleimbeutelentzündung diagnostiziert wurde. Ja, ich habe dann nichts anderes gemacht, außer wieder angefangen zu entgiften. Nach einer Weile sind die Schmerzen sowohl im Ellenbogen, als auch im Fuss verschwunden. Seitdem entgifte ich täglich. Schmerzmittel nehme ich seitdem überhaupt nicht mehr. Sogar als Katermittel nach Alkoholkonsum dient mein Zeolith (was komischerweise funktioniert).

          Jetzt noch zu dir: ich kann dich total verstehen, mir geht es nämlich genauso wie dir. Vor allem in der heutigen Zeit, mit dem Internet, ist es total schwierig rauszufinden, was denn nun falsch ist und was richtig. Immer gibt es zig Fachleute und jeder behauptet das Gegenteil vom anderen. Und man sucht nach Hilfe, findet zig verschiedene Wege, die helfen KÖNNTEN, muss sich entscheiden und wird arm dabei. Das ist der Grund, weshalb ich die naturheilkundliche Ausbildung angefangen hab. Mir wurde es zu blöd, ständig zu suchen und dabei unmengen von Geld zu lassen, hinterher wohlmöglich nicht schlauer als vorher. Jetzt lass ich zwar immer noch Umnmengen von Geld :-D , aber ich bin dann selber in der Lage etwas zu tun. Ich habe auch leider mein Vertrauen in sogenannte Fachleute völlig verloren. Bevor ich etwas mache, dass mir von Fachleuten geraten wird, prüfe ich diesen Rat erst in alle Richtungen.

          Unser Leo ist vor Jahren ja auch erkrankt (hab ich dir vielleicht schon mal geschrieben) und war sozusagen schulmedizinisch austherapiert. Ich habe ihn dann (selber!) mit Homöopathie wieder hinbekommen. Er hatte übrigens auch Juckreiz, und zwar extrem. Seitdem hat er nie wieder Kortison oder auch Antibiotikum bekommen. Wenn du Lust hast, könntest du mir mal per Mail schreiben, was Pebbles so alles an Mitteln bekommen hat. Nicht, weil ich mich dazu äußern möchte / würde, sondern einfach weil es mich persönlich interessieren würde.

          So, das reicht erst mal, denke ich. Mal schauen, was du damit anfangen kannst …

          Freu mich, weiteres von dir zu hören …

          Liebe Grüße
          Anke

          • Hi Anke,
            vielen Dank für Deine schöne Antwort. Ich finde es sehr wichtig (und im Übrigen auch total klasse, dass Du dich auf eine rationale Diskussion einlässt), das Thema “Wissenschaftlich erwiesen”, zu diskutieren.

            Ich habe momentan das Gefühl hier nur von (entschuldige) Idioten umgeben zu sein, also nicht hier auf Deinem Blog, sondern hier in meiner Heimatstadt.

            Wie Du vielleicht mal gelesen hast, bin ich von Beruf Software Testerin. Das klingt jetzt gar nicht artverwandt, aber es bedeutet, dass ich täglich herumexperimentiere und die Ursachen für Fehler suche. Das ist ziemlich ähnlich, wie zum Beispiel die Ursachen für eine Allergie zu finden. Nur bei Software geht es sehr viel schneller.

            Das Hauptproblem mit allen Behandlungen, die Pebbles erfahren hat, ist meiner Meinung nach, dass immer mehrere Anwendungen gleichzeitig geschehen sind. Quasi nach dem Motto “eins davon wird schon helfen, also werfen wir alles drauf, dann sind wir schneller durch”. Das habe ich sowohl in der Naturheilkunde, als auch in der Schulmedizin erlebt.
            Aber eins ist klar, so wird man nie herausfinden, was davon nun wirklich geholfen hat und was nicht.

            Bei der Naturheilkunde ist natürlich das Problem, dass es immer nicht sofort anschlägt, sondern länger dauert (so wurde mir das zumindest gesagt). Wie kann ich also sicher sein, dass die Behandlung geholfen hat und sich der Körper nicht selbst reguliert hat? Soll ja auch vorkommen.

            Andererseits kenne ich eine Menge Leute, die behaupten, dass Naturheilkunde ihnen geholfen hat. Wie Dich zum Beispiel. Oder eine Freundin, die ihrer schwerkranken Hündin das Leben mit Schüßler Salzen behauptet leichter gemacht zu haben. Oder meine beste Freundin, die ihre schweren Tierhaarallergien nach einer Bioresonanztherapie los war.

            In der Verzweiflung hat man eben nichts zu verlieren.

            Für mich wird es eben immer schwierig, wenn die Dinge nicht messbar sind. Ich schätze ich werde mich mal genauer damit auseinander setzen müssen, was nun messbar ist und was nicht.

            Ich schicke Dir gerne mal die Mittel, die man uns “verschrieben” hat und vielleicht sagst Du ja mit Deiner Erfahrung, dass das gar nicht hätte funktionieren können.

            Ich bin sehr gespannt! Danke für den Artikel und die Diskussion zu diesem kontroversen Thema :)

            Liebe Grüße
            Mieke

          • Hallo liebe Mieke,

            die Homöopathie ist eine sogenannte Reiztherapie. Das heißt, sie gibt dem Körper entsprechende Reize, durch die er sich dann wiederum eigentlich selber hilft, indem er versucht, das Gleichgewicht wieder herzustellen. Insofern passt das ja zu deinem Satz mir der Selbstregulation :-D

            Es ist nicht gerade einfach, sich mit der Homöopathie auseinander zu setzen. Ich war da auch sehr lange Zeit skeptisch. Weil man eben den “Heilungserfolg” nicht unmittelbar und eindeutig damit in Zusammenhang bringen kann. Mittlerweile bin ich aber schon überzeugt von ihrer Wirkung (sonst würde ich ja auch nicht Tierhomöopathin werden wollen). Allerdings kann sich so ein Heilerfolg sehr lange hinziehen. Ich habe unseren Leo damals Monatelang behandelt.

            Gerade in so einem Fall wie deinem hat man ja aber nichts zu verlieren (außer dem finanziellen Aspekt). Die Schulmedizin weiß ja auch nicht wirklich weiter und dreht sich gerade bei solchen Problemen gerne im Kreis.

            Auf jeden Fall hast du wohl einen sehr interessanten Beruf! Und der funktioniert ja (genau wie du schreibst) wie ganzheitliche Medizin. so lange suchen, bis man den Fehler gefunden hat :-D

            Hab deine Mail natürlich auch bekommen, schreib dir nachher was …

            Liebe Grüße und auch an dich ein herzliches dankeschön für den tollen Austausch. Finde immer sehr schön, wenn man das kann :-D

            Anke

  7. Hallo Mieke und Anke-
    wenn ich mich auch dazu äussern darf…
    Ich stand der Naturheilkunde früher auch sehr skeptisch gegenüber- (bin ein Kind der 70er und 80er und da gab es ja nur die heilige Schulmedizin)- aber ich musste vor Jahren meine Meinung dazu ändern:

    Mein erster Hund war schwerer Alergiker. Juckreiz, Hautausschlag, Haarausfall, Gewichtsverlust etcpp.
    Nun wollte die Schulmedizin da mit Cortison (dem Wundermittel aller Zeiten) ran.
    Gottseidank wurde mir schon damals vom Tierheim schlicht eine Darmsanierung und Rohfütterung empfohlen. Tja, und der Hund erholte sich binnen 2 Wochen.
    Jetzt füttere ich seit 20 Jahren roh.
    Einmal in der Woche gibt es nur Magerquark, so zur Prophylaxe.
    Und ich bins zufrieden und meine Hunde offensichtlich auch.

    Ich wünsche Dir- Mieke- und Deinem Hund alles Gute.

    • Hi Steffi,
      das freut mich sehr für Dich! Bei meiner kleinen ist es tatsächlich nicht ganz so leicht. Aber ich versuche momentan alles, um ohne Cortison auszukommen. Leider kratzt sie sich gerade wieder blutig und ich weiß einfach nicht, ab wann es eine Qual für sie ist und ich wieder zum regulären Tierarzt gehen sollte oder ob ich einfach weiter machen sollte.

      Nun ja, wir geben trotzdem nicht auf und Anke hat mir schon ein paar Tipps gegeben, mit denen es einigermaßen erträglich für die Kleine ist.

      Liebe Grüße
      Mieke

      • Hallo Mieke,

        echt so schlimm wieder? Verdammt!! Da muss ja doch irgendwas sein, das das auslöst. Eventuell könnte es mit Pollenflug zu tun haben … Hast du schon angefangen zu entgiften? Ich würde das an deiner Stelle unbedingt probieren, du hast ja wirklich nichts zu verlieren. Ich hätte auch noch jemand an der Hand der, bzw. die sich damit richtig gut auskennt. Wenn du willst könnte ich mal nachfragen, was sie noch dazu weiß, auch Erfahrungstechnisch …

        Liebe Grüße
        Anke

    • Hallo Steffi,

      ja, manchmal ist es so einfach und das ist dann echt ein toller Erfolg. Mich würde interessieren, wie du die Darmsanierung gemacht hast. Weißt du das vielleicht noch? Vielleicht hast du da ja noch einen tollen Tipp, der längst in Vergessenheit geraten ist :-D

      Ja, ich bin praktisch veranlagt :-D

      Liebe Grüße
      Anke

      • Hallo Anke
        das ist 20 Jahre her und ich bin mittlerweile alt- da ist es mit dem Erinnerungsvermögen nicht mehr weit her ;-)

        Aber im Ernst:

        einen Tag musste er hungern.
        Tag 2 gab es nur Kamillentee mit etwas Einfachzucker, weil der Magen schon völlig überreizt war.
        Zwieback wollte er nicht… aber man kann es mal probieren.
        Ab dem dritten Tag gab es dann für 2 Tage Magerquark.
        Dann haben wir langsam Fleisch drunter gemischt und als das Ganze dann Durchfallfrei funktionierte bekam er grünen Pansen mit Getreide und Gemüse. Natürlich erst in kleinen Portionen, welche mit der Zeit angepasst wurden.
        Mehr war nicht.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*